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Bernd M. Langers Exponate, hervorgegangen aus Erinnerung und Erleben im Prozess der aktiven, formbildenden Arbeitsphase, reflektieren Santorin als reale Widerspiegelung der Vorstellung eines künstlerischen Entwurfs; als Emanation, die den Prozess der Transformation ins Werk unablässig weitertreibt und intensiviert.

 

 

  

Das sich aus Santorin ableitende Insulare wird in eine Spur transformiert, die mit den segmentierten Fragmentierungen aus dem Erlebten und deren Abdriften und Suchen in einen umfassenden imaginären Raum, in die prozessorientierte Ebene rein künstlerisch intendierter Formfindung einmündet. Langer selbst sagt dazu ganz lapidar:" Ich verstehe die künstlerische Arbeit als Experiment und Suche, als einen sich immer wieder aufladenden Prozess, dessen Ziel es ist, gestalterische Transformationen zu erkunden."

Auszug aus: Kurt Märzhäuser,Inseln im Raum, Mai 2003.

 

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Bei Bernd M. Langer dreht sich alles um die Insel. Aufenthalte auf Santorin haben den in Empede beheimateten Künstler zu einem relativ geschlossenen Werkzyklus angeregt: Schwebende Steine, rosa gefärbte Betonfragmente auf Stelzen und subtil gesponnene Insel-Skizzen, die im geschäftigen Amtstreiben der Regionsverwaltung wie Strandgut von einem anderen Stern wirken. Schön ist die Geistigkeit der Werke. Das schwere Materielle von Stein bis Blei ist transzentriert, Abstraktion schält Grundsätzliches heraus: das Fragmentarische und Ambivalente des Inseldaseins - Ort für Selige und Verdammte, für gestrandete Helden und Pauschalreisende, für Gegenentwürfe und Utopien.

HAZ, 25.3.2002, Galerienbummel, Regionsverwaltung.

Johanna Di Blasi.

 


 

1993 zeigte Langer in einer vom Kunstverein Neustadt ausgerichteten Ausstellung noch ausschließlich Malerei und Zeichnung. War auch hier schon das insulare Segment in der Zeichnung und malerischen Ausführung so angelegt, dass es in komplexe Bezüge  wies, so blieb es dabei doch in seinem Ausdruck im Bildrahmen begrenzt, der Raumbezug wurde ausschließlich über die All-Over-Struktur der bildnerischen Umsetzungen vermittelt...Parallel zu den bildnerischen Umsetzungen hat sich seit 1996 auch der skulpturale Werkprozess Langers in immer rascherer Folge entscheidend erweitert und intensiviert...

Neu waren in der Ausstellung  "Notate und Fragmente" der Galerie Schlehn seine skulpturalen Objekte aus dem Material Holz, die als einzelnes Segment oder Gruppierung förmlich in den Raum hineinwuchsen, ihn über assemblierte, mäandernd geformte Eisenstäbe ertastend, Verbindungen auslotend.

Auszug aus: K.Märzhäuser, Inseln -  Bilder, Objekte,20

 

 


 

Auch in den Bildern aus den letzten Jahren bildet das konkrete Erleben einer Landschaft den Erfahrungshintergrund, vor dem sich Langers Bildmetaphorik entfaltet. Auf der griechischen Insel Santorin, deren Mitte vor Jahrtausenden durch einen Vulkanausbruch weggesprengt wurde, hat der Künstler sein Thema einer bedrohten Natur - in diesem Fall durch die Natur selbst - erneut gefunden... Im Diptychon der "Santorin-Saga I" sind Landschaft und Architektur, Natur und Kultur unterschiedslos dem Untergang anheimgegeben. Das Bildgeschehen formiert sich zu einer Farblawine, die unaufhaltsam auf einen jähen Abgrund zurollt. In der duffen Tonalität blauer, schwarzer, weißer und erdfarbener Balken und Felder erahnt man Himmel und Meer, Häuser und Insel und zugleich das Bild einer allgemeinen Katastrophe. Eine Katastrophe, die der Künstler nie mimetisch begründet, sondern immer aus der Autonomie von Form und Farbe. In den folgenden Arbeiten der Santorin-Saga mit dem Untertitel "Kein Halten-Kein Ende" wird das Stürzen und Wirbeln noch einmal intensiviert. Die Komposition bestimmen konstruktiv gestimmte Elemente, deren Kontur indes prozesshaft, gleichsam im Gestus des Schreibens gewonnen wird. Wie Kraftströme gruppieren Verbindungslinien die disparaten Motive um ein imaginäres Zentrum. Kraftvolle Grün-,Gelb- und Rottöne mischen sich unter das düstere Schwarz und Ultramarin. Obwohl die gestische Vehemenz dieser Bilder noch stärker geworden ist, gewinnt der Betrachter den paradoxen Eindruck eines geordneten Chaos. Das Sujet einer allumfassenden Dekomposition wird mehr noch als in früheren Arbeiten aufgefangen im Rhythmus der Komposition. Je düsterer Bernd M. Langers Visionen werden, je luzider wird auch die künstlerische Form, in der sie sich uns darstellen.

Auszug aus : Michael Stoeber: Landschaft als Menetekel, 1993

                                                                                                     

 


Vor einigen Jahren hat Langer noch eindeutig den Konflikt zwischen Natur und Technik in seinen Bildern  zu beschreiben versucht. Da gab es Landschaftliches, das von konstruktiven, funktionalen Formen jäh zerschnitten wurde. Das ist jetzt auf seinen Bildern nicht mehr zu sehen - wie ja überhaupt das gemalte "Umweltbewußtsein" heute etwas aufgebraucht erscheint.Bernd M. Langer, der vor Jahren ein Schüler von Fred Thieler, dem großen deutschen Informellen, in Berlin gewesen war, hat in seinen neuen Bildern offensichtlich - wenn auch auf ganz andere Weise als die Informellen - nach einer abstrakten Räumlichkeit gesucht. Er fordert auf jedem seiner Bilder die Grenze zwischen einer expressiv und einer konstruktiv bestimmten Räumlichkeit heraus. Und nur dieser schwere Grenzbereich, nicht die eine oder andere Seite hinter der Grenze, scheint ihn zu interessieren.

Das sind Bilder, die manchmal sogar an die italienischen Futuristen erinnern, und zu denen einem Bildtitel einfallen können wie bei jenen:"Sphärische Ausdehnung in die Unendlichkeit" - etwa; doch Langers Bilder, wenn sie betitelt sind, heißen nicht nur "Enge weitet sich" oder "Aus der Tiefe",sondern auch - ironisch die Aggressivität aufnehmend, die sich hinter der Sprache versteckt - "Wehrpflicht" oder "Zwischenlager".

Auch Langers Bilder sind aggressiv. Es ist aber nicht die Aggressivität des vielleicht sichtbaren Hammers, sondern die Aggressivität des Malens.Drum auch bedient er sich vornehmlich des strengen Ultramarin oder des gewalttätigen Schwarz. Und selbst auf den Rötelzeichnungen hat dieser rötliche braune Ton aus der Geschichte der Zeichenkunst bei Langer eine aggressive Ausstrahlung.

Auszug aus: Ludwig Zerull, Kunstkritiker u. Kurator, Hannover,

Faltblatt KV Neustadt a.Rbge., 1986.

                                   

   


                                                                                                                                                  

                                                                                                                      

       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                       


 

 Weitere Texte aus 2009 und 2013 unter Aktuelles bzw. Termine

 

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