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Bernd Langer und das Motiv der Insel

 

Seit vielen Jahren verfolgt Bernd Langer in seiner Kunst Motiv und Thema der Insel. Sie ist für ihn in seinen Werken zum Symbol par excellence geworden, um nicht nur Welt und Wirklichkeit, sondern im Weiteren auch die Stellung des Menschen darin und somit natürlich auch seine eigene zu erfassen. Damit erfüllen seine Bilder und Skulpturen in vorbildlicher Weise, was Goethe auf seiner "Italienischen Reise" am 03. August 1787 in Palermo auf Sizilien zum Charakter der Insel ausführte: " Hat man sich nicht ringsum vom Meere umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verhältnis zur Welt."

Solch existentielle Vorstellung hat der Künstler konkret durch wiederholte Besuche der griechischen Insel Santorin entwickelt. Sie, ein ebenso solitäres wie strahlendes Juwel in der blauen See der Ägäis, hat ihm ein sicheres Gefühl dafür geschenkt, wie prekär der Charakter einer Insel ist und damit auch das Wesen des sich wieder erkennenden Menschen.. Ebenso stolz und frei wie fragil und angreifbar. Die conditio fundamentalis ihrer beider Existenz ist die Einsamkeit. Von ihr künden die Werke Bernd Langers indes in heiterster und damit couragiertester Weise. So sind seine Inseln immer wieder Chiffren für den Menschen, nie nur geografische Abbilder.

So sehr Bernd Langer seinem Lebensmotiv über die Jahre treu geblieben ist, so sehr hat sich die künstlerische Sprache, in der er es verhandelt, immer wieder verändert. In der Bildserie der "Erdanschnitte" aus 2012 schaut er wie ein Astronaut auf den blauen Planeten Erde, der als einsame Insel im Dunkel des Weltalls treibt. Seine gestisch gefasste Oberfläche bildet einen reizvollen Kontrast zum monochromen Bildgrund. Andere Werke Langers operieren mit einem kühnen Dreiklang von Wasser, Insel und Wolkenhimmel. "Spuren" (2010/2012) oder "Gehoben" (2012) verbinden gelingend realistische und surreale, abstrakt ornamentale und expressive Malweisen.

Auch die neuen Skulpturen des Künstlers überraschen durch ihre Ausdrucksformen und Materialverbindungen. In "Gesplittert"(2012) bauen sich in silbernen Lack getauchte Steine zum zellenartigen Bild einer in helles Licht getauchten Insel auf. Die eisernen Zwingen, die sie zusammenhalten, bezeugen ihre erdgeschichtliche Verwundbarkeit, aber auch ihre kulturelle Zurichtung. In anderen Werken ergießen sich farbige Lacke über die "Inseln" oder Wellen aus transparentem Kunststoff umspülen sie. Stets sorgen solche Allianzen dafür, dass uns das Bild der Insel immer wieder neu und anders erscheint und uns dabei ebenso nah wie fremd ist.

 

                                                                     Michael Stoeber,

                                                                                                                  Kunstkritiker u. Publizist

                                                                     Hannover 2013

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