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 Neue Druckgrafiken (Offsetlithos und Linolschnitt) aus der Serie  "Aus der Inselwelt", 2010.

 Format ca. 40x48 cm , gedruckt auf Zerkall-Bütten in kleiner Künstlerdruckauflage.

 Preise von 150,- bis 200,- Euro. 

 

 

  
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Aus der Inselwelt I, II,  ,09,  Grafit/ Tusche, 37 x 27 cm

 Preise: je 400,- Euro.

 

 
  
Kaufangebot: Druckgrafik
 

 

 

 

 

 

 

 

Objekt - insulär, 08, Offsetlithografie, Linolschnitt, 4-farbig, 57x48 cm. Preis einschließlich Versand: 250,-Euro

 
 

Hier finden Sie  wechselnde, temporär veröffentlichte Kaufangebote.

Alle veröffentlichten Druckgrafiken sind von mir selbst hergestellte Künstlerhanddrucke in kleiner Auflage von maximal 6 Exemplaren auf Zerkall - Bütten.

Die Preise für Druckgrafiken liegen - abhängig von Formatgröße, Farbanzahl und Auflagenhöhe - zwischen

180,- und 300,- Euro.

Zeichnungen: Preise ab 400,- bis 1500,-Euro.

Gemälde: Preise ab 800,- bis 3000,- Euro.

Objekte: Preise ab 500,- bis 3200,- Euro.

 

Gerne setze ich mich nach Ihrer Anfrage mit Ihnen in Verbindung.

Für bestimmte Werke kann ich bei geäussertem Interesse eine zeitlich begrenzte Probeausleihe anbieten. Dafür wäre ein geringer Unkosten- bzw. Aufwandsbetrag zu zahlen, der bei Ankauf verrechnet würde.

                                                                                                         

 

 

 

 

 

 

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 Landschaft - Konstrukt - Bild - Objekt

 

3. bis 28. April 2009

 

Schloss Landestrost, Neustadt a.Rbg.

 

 

 

 

Der Katalog zur Ausstellung, 4-farbig, Format 24x22 cm, 39 Seiten, 46 Farbabbildungen, 2 Essays ( M.Stoeber: Landschaft als Porträt;

 K. Märzhäuser: Bernd M. Langer und Santorin, Skizzierung einer Obsession ) kostet  5,-Euro.

  

 

 

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  Bernd.M. Langer (links) u. Michael Stoeber

Eröffnung am 3.April 2009

Landschaft - Konstrukt - Bild - Objekt                                                            Fotos: Matthias Mentz

 

 

 

 

                                                                    Rede zur Ausstellungseröffnung :

 

                                                                    "Landschaft-Konstrukt-Bild-Objekt", 3.April 2009 

                           

                                                                                                                          

  

                                                                                                                   Michael Stoeber

       

      

     Landschaft als Porträt    

     Zum Werk von Bernd M. Langer

 

     „Bernd Langer versteht sich als Landschaftsmaler.“ Mit diesem Satz habe ich den ersten Essay eingeleitet, den ich vor vielen Jahren über das Werk des Künstlers geschrieben habe. Er ist auch heute noch gültig. Die Landschaft steht nach wie vor im Zentrum seines künstlerischen Schaffens. Sie ist als Motiv der Dreh- und Angelpunkt all seiner Werke, seien es nun Zeichnungen, Drucke, Malerei oder Objekte. Das wird auch deutlich, wenn wir uns den Titel seiner neuen Ausstellung und des sie begleitenden Katalogs anschauen. Wir lesen „Landschaft – Konstrukt – Bild – Objekt“. Wie in einer Kurzschrift verdeutlich die nominale Reihung, worauf es Langer ankommt. Landschaft ist für ihn das bestimmende Thema seiner Kunst, aber nicht, um sie mimetisch oder realistisch abzubilden. Es geht ihm wesentlich um einen Transformationsprozess. Nun transformiert jede Kunst ihren Gegenstand, gleichgültig, in welcher Sprache sie sich äußert. Der von Langer im Zusammenhang mit seinen Werken gewählte Begriff des Konstrukts aber macht unübersehbar deutlich, dass es ihm in seiner Kunst um eine gedankliche, nicht beobachtbare Dimension der Landschaft geht, die er uns in sinnbildhafter, emblematischer Weise vor Augen stellt.

     Diese sinnbildhafte Dimension hat – wenn auch in ganz anderer Weise – bereits den Charakter seiner frühen Bilder bestimmt. In ihnen folgt auf die gestische die konstruktiv geometrische Auseinandersetzung mit der Landschaft. Beide Malsprachen stellt der Künstler in den Dienst von Bilderzählungen, in denen die Landschaft zum Menetekel wird – so auch der Titel meines damaligen Essays („Landschaft als Menetekel“). Die Landschaft wird in diesen Werken zum Stoff apokalyptischer Untergangszenarien, in denen für den Glauben an Freiheit und Fortschritt kein Raum mehr bleibt. Wie in einem Malstrom scheint die Welt in einem Chaos stürzender Linien und Verderben bringender Wirbel unter zu gehen. Schon damals konzentriert sich der Blick des Künstlers. Zunehmend verdichtet sich für ihn das Bild der Landschaft im Bild der Insel. Dafür geben wiederholte Aufenthalte Bernd Langers auf der griechischen Insel Santorin den realen Erfahrungshintergrund ab (siehe auch den Essay von Kurt Merzhäuser in diesem Katalog), ohne dass der Künstler auch nur im Mindesten Wert darauf legte, die Insel kartografisch oder folkloristisch oder touristisch zu porträtieren. Sondern für ihn bildet sie eine Art Archetypus ab. In ihr als Urbild verdichten sich im Frühwerk all seine zivilisatorischen Ängste. Der Untertitel seiner „Santorin-Saga“ (1992/93) „kein Halten – kein Ende“ könnte in diesem Sinne aussagekräftiger nicht sein.

      Als pars pro toto ist die Insel auch im heutigen Werk Langers ein Spiegel der Landschaft – und zugleich viel mehr. Sie ist in seinem Werk zunehmend zu einem Medium der Welt- und Wirklichkeitswahrnehmung geworden. Wobei sich die sinnbildhaften, emblematischen Besetzungen, die sich an ihre Darstellung heften, mit den Jahren fundamental verändert haben. Heute bestimmen nicht mehr Katastrophen und Untergangsvisionen den Blick des Malers, sondern seine Sicht der Dinge ist versöhnlicher und abgeklärter geworden. Ja, bei vielen seiner Bilder hat der Betrachter das Gefühl, als legten sie Zeugnis ab von einem fast heiteren Einverständnis Langers mit dem Zustand der Welt, so harmonisch präsentieren sie sich. Das ist natürlich in erster Linie dem Eindruck einer neu und gänzlich anders sich mitteilenden Malsprache geschuldet. So gelassen im Ausdruck, so beruhigt und gefestigt in ihren Strukturen, hat man das Motiv der Insel in den Bildern des Künstlers bisher noch nicht erlebt. Fast möchte man, die alte Vorstellung vom Künstler als Schöpfer aufnehmend sagen, Bernd Langer ist nicht nur zufrieden mit der Welt, sondern regelrecht begeistert von ihr. In abstrakter, gleichwohl gegenständlich erzählender Bildsprache stemmt sich der Künstler gegen frühere Versuchungen, überall nur Auflösung, Chaos und Untergang zu sehen.

     Exemplarisch für diesen Neuanfang ist ein kleines Ölbild aus dem Jahre 2007, „Solitär“. Die Insel, die es zeigt, liegt wie ein kostbares Juwel in einer grün und blau schimmernden See. Wie zu Beginn der Schöpfungsgeschichte zeigt das Bild Natur vor jeder Besiedlung, Kultur und Zivilisation. Menschen sind wie immer nicht existent in diesem Gemälde von Bernd Langer, auch nicht als Spur. Die rostrote Haut der bergigen Insel ist von vulkanischen Adern durchschossen, die als schwarze Rinnsale ihren Weg zu Tal suchen. Die See wird von leichtem Wellenschlag bewegt. Und doch liegt ein Höchstmaß an Ruhe über dem Bild, es gibt keinerlei expressive Bewegtheit oder psychogrammatische Aufgeregtheit. Man glaubt, an ihm Züge eines Andachtsbildes oder einer Meditationstafel wahrzunehmen. Die fest gefügte Ordnung und statische Solidität der Komposition begegnet uns auch in anderen Bildern dieser Werkserie, selbst wenn sich Form und Farbe der Insel und damit selbstverständlich ihr Charakter immer wieder ändern. In „Erscheinung“ (2008) sehen wir eine ockerfarbene, schwarzblaue und grauviolette Inselformation als Muschel im Meer liegen. Zwei Perspektiven fließen zusammen, wir erblicken die Insel in der Draufsicht und zugleich in der Ansicht. Um sie herum vermischen sich das dunkle Blau des Meeres und das helle Blau des Himmels. Auch diese Insel sieht aus wie keine andere; einmal mehr ist hier ein Solitär zu besichtigen.

     Bei aller Ordnung, Festgefügtheit und Solidität sind die neuen Bilder von Bernd Langer keineswegs frei von Irritationen, Widersprüchen und Ambivalenzen. Aber sie fügen sich ein in einen von Harmonie bestimmten Gesamteindruck. Dabei sind es natürlich gerade diese Widersprüche, welche die vibrierende Spannung der Werke ausmachen. Ein Schlüsselbild ist in dieser Hinsicht auch das mittelformatige „Triplex I“ (2006/08). Drei unterschiedliche Inseln sind ins Werk gesetzt. Unterschiedlich nicht nur in der Form, sondern auch im Ausdruck der Malsprache. Die obere erinnert an die Phase des Informel im Werk von Bernd Langer und damit auch an die Botschaften von Verlust und Auflösung, die sich mit ihr verbinden. Die Umrisse der Insel fasern aus, und ihre blauschwarzbraunen Kolorite verfließen. Binnen- und Außenstruktur werden ununterscheidbar. Feste Konturen und Sicherheit gebende Grenzen fehlen. Als sei ein Tsunami über die Insel hinweg gegangen und habe sie in ihren Grundfesten erschüttert. Das ändert sich mit der Gestalt der unteren Insel. Sie bildet einen unübersehbaren Kontrapunkt. Sie ist von eindeutiger Farbe und Form und liegt klar abgegrenzt im weiten Blau des Meeres. Die mittlere Insel bildet in ihrer ebenfalls klaren Konturierung, aber uneindeutigen Binnenstruktur, eine Art Bindeglied zwischen diesen konträren Polen.

     Die ästhetische Verknüpfung des Widersprüchlichen und Gegensätzlichen in der stabilen Ordnung des Bildes charakterisiert auch die großen Formate des Künstlers, die in der vergangenen beiden Jahren entstanden sind. In „Über dem Horizont“ (2008) liegen zwischen dunklem Meer und hellem Himmel zwei grüne Inseln, die in kubistischer Manier sowohl von oben als auch von der Seite gesehen werden. Die unterschiedlichen Perspektiven verknüpfen eine strahlende Oberfläche und eine düstere Seitenansicht und machen sichtbar, dass die Dinge nicht eindeutig zu identifizieren sind, sie Eines so gut wie ein Anderes sein können. Im Zentrum bildet die gestisch bewegte Wolkenschrift einen flirrenden Kontrapunkt zu den klar strukturierten Formen des Gemäldes. In „Solitär II“ (2009) treibt die Insel in ihrem gebrochenen Weiß wie eine bizarre Eisscholle im aufgewühlten Meer. Einmal mehr begegnen wir der gelingenden Allianz von Kontur und Gestik, Bewegung und Ruhe. Nicht anders als in „Solitär III“ (2009), ein Bild, auf dem eine Insel wie ein schwarzer Felsen in der Brandung des schäumenden Meeres steht. Oder in „Solitär IV“ (2009), wo die Insel sich im oberen Bildfeld so gelassen ausbreitet, als wolle sie das aufgeregte Meer mit offenen Armen empfangen und beruhigen.

     Auch die plastischen Objekte, die Bernd Langer seit dem Jahre 2004 fertigt, folgen dem Motiv der Insel. Aber Verfremdung und Abstraktion sind bei ihnen weitaus größer als in seiner Malerei. In ihrer Eigenschaft als Fragment scheint die Insel indes ganz konkret wieder auf. In Philosophie und Literatur wird sie oft genug modellhaft als Miniaturversion der Erde gedacht und dargestellt. Der Künstler verbindet seine Objekte aus Holz und Gips (seit 2007) mit Stahl und Eisen. Die Vierkantschienen der Holzskulpturen ragen wie Tentakel in den Raum, als wollten sie ihn erforschen. Zugleich sind die Objekte in sie eingespannt wie die Inseln zwischen Meer und Himmel. Nicht anders geht es mit den Gipsplastiken, die von Drahtgeweben zusammen gehalten werden. Auch hier beobachten wir eine Zusammenziehung unterschiedlicher Gestaltungsmodi und Materialien. Die Drahtgeflechte, Armierungs- und Stahlelemente stützen und halten den Gips und das Holz. So verbinden sich das Labile und das Stabile zu solidarischer Einheit. Dabei erscheinen der Stahl und das Eisen grafisch und linear, das Holz und der Gips räumlich und farbig. Die Oberflächen der Objekte aber wirken gestisch bewegt: das Holz durch die aggressive Bearbeitung mit der Kettensäge, der Gips durch die vehemente Gestaltung mit Hand und Spachtel. Die konstruktiven Formelemente von Stahl und Eisen scheinen diesen expressiven Formwillen wieder beruhigen zu wollen. Nicht anders als die Farben, Schwarz und Weiß, Gold, Silber und Rot, welche die aufgeregten Texturen mit einheitlichem Kolorit überziehen.

     In der Befriedung gegensätzlicher Modi und Materialien werden die Objekte wie die Malerei von Bernd Langer zum Modell. Zum Modell einer Kunst, die über sich hinausweist. Die, wie es bei Rainer Marie Rilke heißt, „gesammelt im Absprung“ mehr ist als sie ist. Langers Blick auf die Landschaft war schon immer deutlicher Introspektion als Inspektion. Dabei hat sich die ästhetische und semantische Besetzung der Insel in seinem Werk in den letzten Jahren fundamental verändert. Statt zum Menetekel taugt sie ihm heute zum Porträt. Nicht zum Porträt ihrer selbst, sondern zum Porträt der conditio humana, der menschlichen Befindlichkeit. Wie Langer in seinen neuen Werken in ruhiger Gelassenheit im Bild der Insel unterschiedliche Ideen und Idiome harmonisiert, so gilt es auch für den Menschen, den ewigen Zwiespalt zwischen Tag und Traum, zwischen Vernunft und Gefühl in seinem Sein und Streben auszubalancieren. Dabei hilft ihm am Ende das Bewusstsein, mit dieser Problematik nicht allein zu sein. Also, insofern doch keine Insel zu sein. Der Dichter und Denker John Donne fand dafür im 17ten Jahrhundert das entsprechende, sprichwörtlich gewordene Bild. Nicht zufällig mit Hilfe der Insel, die auch für Bernd Langers Kunst eminent wichtig geworden ist. No man is an island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main. „Niemand ist eine Insel (island ist ja im Englischen auch sehr schön als I-land, als „Ich-Land“, zu verstehen), in sich selbst vollständig, jeder ist Stück eines Kontinents, Teil eines Festlandes.“

 

Michael Stoeber, Kunstkritiker und Publizist

 

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